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Sie sind hier:  >> Elektronik-Projekte  >> 2007  >> Lötstation 


Reparatur einer Lötstation

Eine alte, schöne Lötstation MS60C von Ersa. Eines Tages gab es einen nicht unerheblichen Knall und unter Rauch und Gestank verabschiedete sich die interne Steuerplatine. In dem Wissen um ihr Alter und der Dienstjahre war ich eigentlich gar nicht traurig, denn nach etwa 20 Jahren darf das schon passieren. Umso ärgerlicher aber war: Der Lötkolben ist erst 6 Monate alt, denn den hatte ich erst ausgetauscht. Das ging also gar nicht den nun wegzuschmeissen und eine neue Lötstation zu kaufen. Ich wollte mir nicht die Mühe machen und recherchieren welche Lötstation mit gerade diesem Lötkolben klar kommt.

 

 

Die ersten Versuche.

Also habe ich mir überlegt was man da machen kann um das noch vorhandene Material zu nutzen. Es widerstrebt mir einfach, Sachen die noch in Ordnung sind wegzuschmeissen.

Gegeben:
• Ein Netztrafo mit 24V
• Ein Passender Lötkolben
• Ein Gehäuse

 

Der erste Versuch mit einer Elektronik im Eigenbau funktionierte ganz passabel. Ein Operationsverstärker regelte die Temperatur. Das war aber dennoch ungünstig, denn die Schaltung benötigte eine Gleichspannung. Für einen Gleichrichter, einen probaten Elko und Spannungsregler mit ausreichender Kühlung war in dem Gehäuse schlicht kein Platz. Also musste eine Idee her mit welcher man alles auf Wechselspannungsebene machen kann.

 

Das war an sich gar nicht schlecht. Man konnte hiermit den Lötkolben temperaturgeregelt an einem Labornetzgerät betreiben. Mit etwa 4 Hz Takten steuerte diese Elektronik, mithilfe eines FET BUZ11,den Lötkolben gegen Masse. Erhöhte sich dessen Widerstand durch die Temperaturzunahme, änderte sich das Puls-Pausen-Ratio. Also im Prinzip eine PWM.

 

Hier der Schaltplan

 

Dies war nun die Lösung. Der IC U217B ist ein Nulldurchgangschalter. Diese Schaltung arbeitet voll an der AC und wird durch die geschickte Beschaltung am IC so organisiert das er an seinem Pin5 immer eine intern geregelte 9,3V DC stehen hat. Er befeuert den Triac mit Impulsgruppen die je nach Temperaturwunsch länger oder kürzer sind. Je wärmer man den Lötkolben haben möchte, desto mehr Impulse enthält eine Gruppe. Also kein Phasenanschnitt, sondern volle AC am Lötkolben, nur gruppiert. Man könnte es auch eine Impulsgruppen-PWM nennen. Echt genial.

 

So sieht die Schaltung aufgebaut aus. Tut gar nicht weh und dauert nicht mal eine Stunde.
Die Platine habe ich in den gleichen Maßen zugeschnitten, so wie die Originale war. Diese hat aber schon den Weg der Entsorgung angetreten, nachdem ich die Buchse und die Steckschuhe ausgelötet hatte.

 

In der Original Application dieses IC-Typs muß man aber etwas herumrechnen weil dort eigentlich Quellen mit Netzspannung geschaltet werden. Z.B. Heizungen, aber der Lötkolben ist ja eigentlich nichts großartig anderes. Einen kleinen Kühlkörper darf man dem Triac noch spendieren. Etwas warm wird er schon ...
Den U217B zu bekommen ist nicht so ganz einfach. Es geht aber und man sollte nicht mehr als 9.- Euro für ausgeben. Empfehlen kann ich auf jeden Fall es bei
Henri Electronic oder Lobtron zu versuchen.

 

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