Kaiser 9015 40 - 80 Kanal Umbau

|
|
Benötigtes Material und Arbeitsüberblick:
Für den 80 Kanal Umbau |
• Loopfilter umbauen. |
Dann fangen wir mal an.
Netzstecker ziehen!
Wenn man das Gerät geöffnet hat und es mit der Front auf einen zu steht, dann ist links vorne der PLL IC. Seine Beschriftung ist TC9109xx. Es soll auch einige dieser Geräte mit andern PLL IC's geben. Dafür gibt es dem entsprechend andere PLL Module. Also erst nachschauen, welches PLL IC da drin ist, und dann das Modul bestellen.
Dann die Hauptplatine lösen und eventuelle Kabelbinder entfernen.
Auf [Bild 1] ist die Einbauposition und Einbaurichtung zu erkennen. Das Modul bitte genau so einbauen. PLL IC raus, Modul rein - es ist mit dem alten PLL IC pinkompatibel.
Unterbrechungen
An einigen Stellen müssen Leiterbahn-Unterbrechungen durchgeführt werden. Diese wollen wir zunächst behandeln.
Jetzt ist das Display dran.
Die Displayplatte.
Bitte immer prüfen, ob die Segmente A und D miteinander verbunden sind.
Genau hinschauen. Wir betrachten die senkrecht stehende Platine von hinten nach vorne. Wenn Sie die Lötstelle betrachten an der der 1KΩ Widerstand angesetzt ist, dann sehen Sie zwei Unterbrechungen. Eine über der Lötstelle und eine unmittelbar darunter. So ist dieser Pin (für Segment "D") isoliert und nur noch mit dem Widerstand in Kontakt. Das [Bild 2] zum Vergrößern einfach anklicken. Jetzt noch eine dünne Leitung über der oberen Unterbrechung anlöten und auf der Wählerplatte verlöten. Es werden quasi die beiden Unterbrechungen überbrückt. Das geht natürlich auch auf der Displayplatte.
Den Widerstand zunächst mit dem freien Ende in der Luft hängen lassen. Die Verbindungen mit dem Modul und der Diodenlogik folgen später.
Nun die Wählerplatte.
Hier werden die 4 Dioden gebraucht.
Die Dioden zu kleinen Brücken biegen, wie es auf [Bild 3] zu sehen ist. Nun bitte die beiden Leiterbahnen unterbrechen. Dieser Arbeitsgang kann mit einem Schnitt erledigt werden. Bitte vergleichen Sie zunächst das Foto mit der Ihnen vorliegenden Wählerplatte sehr genau. Erst dann die beiden nebeneinander liegenden Leiterbahnen durchfräsen.
Für einen besseren Überblick hat Gerhard ein PDF Dokument [89 KB]
erstellt, welches verdeutlicht, wie die Dioden zu schalten sind. Gegebenenfalls kann es sehr sinnvoll sein, die Pins des Displays dessen Segmenten zuzuordnen. Das bitte selber ermitteln. Diese Dioden Schaltlogik dient dazu, das Display zur 80 Kanal Anzeige zu befähigen. Die Einerstellen bleiben unverändert. Das übernimmt weiter der Kanalwähler.
Verdrahtung
Wenn die Dioden nach Bild und Plan appliziert sind, folgt die Verdrahtung des Modules mit der Diodenschaltlogik und dem Widerstand.
Hierbei ist zu beachten, das es notwendig ist, die Anleitung von Gerhard [63 KB]
hinzuzuziehen. Es gibt unterschiedliche Module, und dem entsprechend kleine Abwandlungen, z.B. mit einem zusätzlichen Transistor für Segment "E". Auf [Bild 4] und auch auf [Bild 3] sollte gut ersichtlich sein, an welchen Stellen die entsprechenden Leitungen angesetzt werden sollen.
Test
Wenn alles angeschlossen ist, kann der erste Test erfolgen. Mit dem Kanalwäher sollten nun lückenlos alle Kanäle von 1 bis 80 anwählbar sein und angezeigt werden. Sollten Sie über die "66" stolpern, keine Angst, das ist normal. Das Modul produziert eine "6" mit Tail, der Kanalwähler eine "6" ohne Tail. Dies ist eine kleine Besonderheit und kein Fehler.
Fehlen irgendwelche Segmente, oder die Ziffern werden "vermurkst" angezeigt, liegt es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an einem Verdrahtungs- oder Schaltfehler. Die Module werden von Gerhanrd alle einzeln und für sich getestet.
Einstellungen und Abgleich
Hier zeigt sich wieder: Kein Gerät ist wie das andere. Diese schmerzliche Erfahrung haben wir bereits beim Umbau der Grundig Funkgeräte machen müssen. Und die Kaiser-Geräte sind auch hier keine Ausnahme. Nachdem Sie sich den Schaltplan Auszug ausgedruckt haben beachten Sie bitte folgende Punkte:
Allen mit einem (A) gekennzeichten Punkten sollten Sie beim Abgleich Beachtung schenken.
Das rote Dreieck bedeutet, das hier eine Veränderung durchgeführt werden muss/kann/sollte.
Da die Geräte nach dieser Modifikaton unterschiedlich reagieren, gibt es hier keine Patentlösung. Hier muß bitte jeder für sich erkennen, ob Umbauten an Loopfilter, Oszillatoren oder Transmatch-Circuit durchgeführt werden müssen.
Darum hier nur einige Tips:
1.) Sollte das Gerät beim Setzen des Trägersignales auf einem Rückhörgerät ein deutlich hörbares Einschwinggeräusch machen, ("Plinngg"), sollten sie das Loopfilter unter die Loope nehmen. :-)
C30 und 31 in 0,47µF Elkos ändern. C49 in 10nF. R46 mit Trimmer ermitteln (RX/TX gleiche Frequenz, kein Summen bei RX von Testsender), aber grob passt erstmal ein 22kΩ Widerstand.
2.) Sollte es so gar nicht gelingen den VCO breitbandig genug zu bekommen, sollte man die Kondensatoren C56 und C58 einmal ausbauen und messen. Ich hatte einen C56 mit der Aufschrift 68pF, aber er hatte über 80pF. Dadurch war der VCO fast unbrauchbar für 80 Kanäle. Sehr schön geht ein 56pF und ein parallel geschalteter 10pF TrimmCo. C58 bitte ganz vorsichtig in kleinen Schritten vergrößern. Bitte beachten Sie, das die Abstimmspannung unter 0,35V keine Wirkung mehr auf die Varicaps hat. Sie sollte sich zw. 1V und 7V bewegen.
3.) Viele Geräte senden "ungerne" auf den tiefer gelegenen Kanälen. Also von K41 bis K65. Sollte die Sendeleistung stark abfallen, oder die Leistung ohnehin nicht stark über 2W kommen, dann kann man das Transmatch-Filter umbauen. Der Mittelanzapf ist zu lösen und offen zu lassen. Die nun offene Zuleitung (von R59 kommend) ist nun an den zuvor schon offenen Pin des Filters anzulöten. Sollte das zum Erfolg führen, das Gerät nun weiter abgleichen das ein halbwegs gleichmäßiger Verlauf der Sendeleistung über die 80 Kanäle erreicht wird. Dies ist natürlich nur behelf. Mit einem Spectrum Analysator sollte man sich eventuell schon mal anschauen was die Kiste nun so auswirft. Darum bitte auch den L/C Filtern am Ausgang Beachtung zukommen lassen.
4.) Abgleich des RX ist überraschend einfach. Die Filter der Empfängerzuges sind i.d.R. auf maximum bei Kanal 20 eingestellt. Dieses nun auf Kanal 1 verschieben. Nun durch vorsichtiges Vergleichen des Kanäle 41 und 40 einen Gleichlauf trimmen. Der RX ist sehr unkritisch.
Hier ein Auszug aus dem Schaltbild in hoher Auflösung zum Download. [4.731 KB]
Ein sauberer Ausdruck ist empfehlenswert.
Es zeigt sowohl die PLL, den VCO und den 10.24 MHZ Oszi als auch Mischer, Treiber und Senderzug.
Wem es passiert, das durch grobes Fehlabgleichen der Transistor 2SC1730 TR12 "verstirbt"... keine Panik. Man ersetze ihn durch einen simpelen BF199.
Achtung, anderes Pinout!
|
|
|
|
Viel Freude
mit diesem schönen alten Gerät.
Euer Backfire.
Vielen Dank an Lutz DL4OBG für seine brillanten Tips, Gerhard Maurer für seine Engelsgeduld, und natürlich Tom, der meine Arbeit zu würdigen wusste.






