Stabo SH7000 - 80 Kanal
Chaos pur. Das Testobjekt in der Hand. Voll funktionsfähig. Was sich zuerst als übersichtilich und "handlich" präsentiert entwickelt sich schnell zu einem durchaus aufwändigen Projekt, das viele Tage in Anspruch nahm. Der geneigte Leser sollte Urlaub haben oder zumindest einige Tage frei sowie über eine geduldige Familie verfügen.
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Stabo SH7000, umgebaut auf 80 Kanäle
Wo fängt man hierbei am besten an?
Das man das Gerät vollständig zerlegen muss versteht sich wohl von selbst. Bis es endlich zum finalen Muster kam, mussten zwei Geräte herhalten. Eine SH7500 (nur FM) und eine SH7000 (in schlimmem Zustand). Bevor also ein hübsches Exemplar zerfleddert wurde, musste ausgiebig die Machbarkeit an den schmodderigen Handgurken getestet werden. Die SH7000 ist wie ein Stationsgerät aufgebaut, nur sehr eng und ohne Bauteilbezeichnungen. Trotz der Teleskopantenne hat sie einen 50 Ohm Antennenausgang, den man nutzen kann. |
Zunächst wird unbedingt ein PLL Modul von Gerhard Maurer benötigt. Diese bekommt man hier. Die von Gerhard bereitgestellten Unterlagen zum Einbau sind recht allgemein gehalten aber lassen sich für dieses Gerät teilweise anwenden. Vom Design her ist die SH7000 weit überholt und liegt in der Hand wie ein Ziegelstein. Dennoch, es ist ein hervorragendes Funkgerät mit starkem Sender und sehr empfindlichem Empfänger. Außerdem ist "Retro" voll in. |
Vielen Dank
Ja - das muß wieder einmal gesagt werden. Vielen Dank Gerhard, für Deine wertvollen Tips und seelischen Beistand. Denn es gab Momente wo ich gerne die Aerodynamik des Gerätes getestet hätte.
Eine Schraube
Unten auf der Rückseite befindet sie sich und gilt zu entfernen. Von dort aus öffnet man den Rücken des Gerätes. Zwei weitere Schrauben halten die Platine in der Front. Die Schraube der Teleskopantenne lösen und Antenne entfernen. S-Meter, Lautsprecher und die LED Platine ausbauen. Gehäuseteile beiseite legen. Liegt die ganze Pracht nun quer vor einem kann die Operation beginnen.
Blech weg!
Das Schirmblech muss abgebaut werden. Ein 80W Lötkolben ist hier schon angesagt.
Moduleinbau vorbereiten
Kern der Sache ist der Einbau des Moduls, welches den PLL IC LC7132 ersetzt. Don't think, just work!
Einfach die Anleitung befolgen, dann wird das schon was. Die Entsprechenden Bauteile sind markiert und mit Anweisungen beschriftet. Das Umdrehen der Widerstände ist wichtig!
Cuts'n Jumpers
Hier eine Unterbrechung dort eine Brücke. Bitte auch hier genau das Bild beachten.
Und von unten...
Hier gibt es was besonderes zu beachten, bevor man die Brücke legt.
Wie in [Bild 2] erkennbar, wenn der Linke Widerstand hochgelegt wird, hat man ja ein Loch in der Platine, an jener Stelle, wo vorher der Widerstand mit seinem Beinchen drin war. Bevor man also die Brücke legt, bitte schon jetzt dort eine Diode mit ihrer Anode einsetzen und verlöten. In diesem Arbeitsgang kann sogleich die Brücke hergestellt werden.
Diodenlogik
Für den besseren Überblick habe ich die Bauteile eingezeichnet. Jetzt erschließt sich auch der Grund, weswegen die Widerstände umgedreht werden mussten. Richtig? Nicht? Dann probieren Sie es viellecht doch besser mit alternativem Batiken oder Feng Shui.
Die Buchstaben sind die Anschlusspunkte der vom Modul kommenden vier Leitungen zur Displaysteuerung.
Nun das Modul so einsetzen
Hier kann man die fertige Installation sehen. Die Dioden, den 1KΩ Widerstand, die Verdrahtung und auch die Einbaulage des Moduls. Es liegt etwa 45° gekippt, was nötig ist. Es interferiert sonst mit dem Batteriekasten. Es ist ratsam beim Bestellen des Moduls gleich um das Weglassen der Stecksockel zu bitten. Dafür ist hier nämlich kein Platz.
Und nuuun...? Einschalten! Hat man alles richtig gemacht, dann kann man die Kanäle 1 bis 80 durchdrehen, hurra!
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Schaltungsänderungen
Sie, lieber Leser hätten sicher nicht dieses Projekt begonnen, würden Sie nicht die Vorzüge dieses Gerätes kennen. Aber sicher ist auch die furchtbare, verklirrte Modulation des Gerätes auf FM bekannt. Das entsteht, weil beim Modulieren ständig die PLL das versucht auszuregeln. Das Klirren ist also das Regelgeräusch der PLL. Um diesen Nachteilen zu begegnen hier nun einige Schaltungsänderungen, mit denen wir diesen Problemen beikommen werden. Ebenso wie diesem lästigen "Plingg" den dieses Gerät immer verursacht, wenn man auf Senden geht. |
Das Gerät hat zwei VCO's. Der RX VCO funktioniert so wie er ist. Der TX VCO braucht einige Änderungen. Sie sind in den folgenden Plänen eingezeichnet. Das Loopfilter muss umgebaut werden um die Kanalwahl und RX-TX Umschaltung zu verbessern. Wegfall einiger Kondensatoren im NF Kreis und auch Erhöhung der Kopfpunkt-Kapazität des Bandfilters des Senderzuges. Wer möchte, kann seine SH7000 auch auf 50Ω Antennenausgang umrüsten. Dann aber den 68pF C am Ausgang nicht vergessen, sonst schwingt die Kiste wild herum. |
Pläne
Hier sind die Schaltpläne. Die Stellen mit roten Markierungen bitte entsprechend ändern. Das Auffinden der Teile auf der unbeschrifteten Platine ist nicht immer einfach. Man muss das Gerät oft wenden und dabei brechen immer wieder Leitungen. Hier sind vorher angefertigte Fotos sehr hilfreich.
Übrigens, die Fraben sind nicht logisch im Gerät angeordnet. Das erschwert es noch obendrein. Wer auch immer auf das schmale Brett gekommen ist die Minus-Leitung Gelb und die Plus-Leitung schwarz zu planen, gehört bestraft.
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Was ist wo?
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Infos zum Abgleich
Das Bild Zeigt die wichtigen Positionen der beschrifteten Bauelemente.
Voreinstellungen:
Gemessen wird DC an [Pin17] des Modules
RX VCO: Kanal 40=5,9V; Kanal 41=2,2V einzustellen mit [L15]
TX VCO: Kanal 40=4,8V; Kanal 41=2,0V einzustelen mit [L16]
AM Modultionsgrad:
Einzustellen auf 80% mit [RV6]. Wenn die Kondensatoren [C76] und [C77] entfernt wurden, den Widerstand [R115] durch 270kΩ ersetzen. Es wird sonst übermoduliert.
FM Frequenzhub:
Einzustellen mit [RV7] auf etwa 2,2KHz.
10,240MHz Referenzoszillator:
Einzustellen mit [CV1]. Sollte sich die Frequenz nicht genau erreichen lassen mit dem Condensator [C132] experimentieren.
Referenz Oszillator
Hier liegt der Trimmer. Bitte möglichst genau auf 10,240 MHz abgleichen.
Antennenbuchse
Nahaufnahme der TNC Antennenbuchse. Sie passt von vorn herein in das Loch der alten Teleskopantenne.
Anhübschen
Wenn wir uns schon diese ganze Arbeit machen, soll es ja auch fein aussehen. Also raus mit dem Filterscheibchen und dem S-Meter und mit Displaypolitur schön klar polieren.
So sieht das doch schön aus
Frisch umgebaut und getestet. Achso ja - Das S-Meter ist nun beleuchtet. Zwei 3mm LEDs in warm-weiß erledigen das. Parallel geschaltet mit 2,7KΩ als Vorwiderstand und man kann das Ding auch im Dunkelen ablesen. Diese dämliche Funktion das Display abzuschalten ist heute bei den leistungsfähigen Akkus nicht mehr nötig. Ausserdem kann es Fehlfunktionen in Gerhards Modul auslösen. Man kann den Schalter für andere Spielereien mißbrauchen. Z.B. +5KHz oder was das Modülchen noch so kann.
Fertig
An der Außenantenne wie ein Stationsgerät.
Mit der verbesserten Modulation kommt im ersten Moment keiner drauf, das man mit einer HG funkt. Der Empfänger ist für stationären Betrieb fast schon zu empfindlich. Das Gerät ist wirklich für den Außenbetrieb gemacht und erzielt erstaunliche Leistungen. Wer es möchte, kann den Sender bis 8W aufdrehen. Aber Vorsicht, die Kühlung der Endstufe ist nicht besonders gut, wie man sich sicher vorstellen kann. Das kann recht warm werden in der Hand. Deswegen habe ich meine SH7000 wieder schön brav auf 4W eingestellt. Die Nebenwellenaussendungen der SH7000 sind extrem wirksam unterdrückt. So fehlabgleichen kann man sie fast gar nicht um die erste Harmonische schlechter als -54dB zu bekommen.
Ein lieber Funkfreund schenkte mir seine ungenutzte Wendelantenne von einer SH8000. Diese sitzt nun auf dem TNC Verbinder und spielt extrem gut für eine HG mit "Gummiantenne". Die alte Aufsteckantenne für die original Teleskopantenne damals war Murks, hingegen die original Teleskopantenne der Hammer war... nur wer läuft heute noch draußen mit einer Handfunke herum? Kaum jemand, weil das schon ein wenig peinlich ausschaut, insbesondere mit einer 160cm langen Antenne.Trotzdem, bei meinem nächsten Spaziergang durch den regionalen Höhenzug werde ich das Gerät mitnehmen und versuchen meine Ortsrunde zu erreichen. Sollen die Leute doch gucken...
So bleibt mir nur noch
...viel Spaß und Erfolg beim Umbau zu wünschen.
Euer Backfire.























