Anti Wimmer, Anti Dröhn, Anti Kreisch

Anti Wimmer – Ein Beitrag von Lutz.

Bei manchen 80-Kanal-Umbauten kam es auf bisher unerklärliche Weise zu einem scheinbaren Träger, der dann in der Nähe von Kanal 50 auftrat. Diverse Berechnungen von möglichen geräteinternen Mischprodukten ergaben keine sinnvollen Ergebnisse. Zudem war das Signal trotz sehr exaktem Abgleich aller Oszillatoren mit einer Frequenz von (bei mir) genau 10,6973 MHz so gar nicht mehr rechnerisch überhaupt darstellbar. (Gemessen per -Zero-Beat in SSB mit einem hochgenauen Empfänger.) Denn rechnerisch liegt die ZF ja bei genau 10,695 MHz.

Bei weiteren Tests und Messungen, wo genau das Signal zuerst auftritt ergab sich als Quelle der Bereich hinter TR3/F4, wo mittels VCO auf die erste ZF herabgemischt wird. Bei genauer Betrachtung der „Gegend“ dieser Platine fiel schon mal auf, daß die Masseführung vom Quarzfilter fort nicht optimal gelöst ist. Die Masseführung um TR4 „herum“ gefiel mir schon mal gar nicht. Dazu gleich mehr…

Den Spectrum-Analyzer in dem Bereich angeklemmt ergab, daß auf einmal der störende Träger verschwand. Erfahrungsgemäß weisen Tastköpfe ja immer eine gewisse kapazitive Komponente auf also fehlt sicher nur irgendwo ein Picofarädchen.

Die im Bild erkennbare Massebrücke ergab schon eine sichtbare Verbesserung. Das Störsignal ging um ca. die Hälfte damit schon zurück. Ein kleiner Trimm-C von ca. 10 pF max. am Ausgang von XF1 (10,7MHz Quarzfilter), also parallel zu R13 lt. Schaltplan war dann des Rätsels Lösung! Offensichtlich durch die Leitungsführung der Platine steht der Bereich um TR4/F4 kurz vor der Oszillation, und zwar nur auf einem Kanal, nämlich hier K50. Hier mögen tatsächlich schwach eingekoppelte, vagabundierende Oszillatorsignale mit ursächlich sein, aber das ursprüngliche 12-Kanal-Design war dagegen ja immun.

Da dieser Effekt nur bei einem Teil der bisher umgebauten Geräte auftrat, läßt vermuten, daß die unterschiedlichen Transistor-internen Kapazitäten und sonstige Toleranzen ein Anschwingen teilweise verhindert haben. (Merke: Ein jeder Verstärker war in seiner frühen Jugend immer mal ein Oszillator… ;o)) )

Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Modifikation ist, daß die empfangenen Signale nun sogar noch geringfügig angehoben werden (ca. 1-2 Zeigerbreiten auf dem S-Meter), somit also die Anpassung des Quarzfilters sogar noch sichtlich verbessert wurde.

Zu testen ist in jedem Fall bei solcherart gestörtem Empfang um Kanal 50 herum, ob der Träger allein mit der zusätzlichen Massebrücke sicher verschwindet. Falls nicht, muss man entweder mit einem Trimmkondensator von max. ca. 10pF arbeiten und dann einen ausgemessenen keramischen C einlöten oder den Trimmer schlicht dort belassen.


Mit dem 5pF Trimmer kann man den Empfänger auf höchste Empfindlichkeit einstellen. Baut man ihn dann aus, misst den eingestellten Wert, kann man ihn durch einen Festwertkondensator ersetzen. Wie gewünscht – beides ist in Ordnung.

Nun ist Ruhe auf Kanal 50. Vielen Dank, Lutz, das Du Dir so viel Zeit genommen hast, dieses Problen zu lokalisieren. Der latente Leerträger sollte weg sein.
Viel Spaß und Erfolg bei dieser Modifikation wünschen Euch…

Lutz und Stephan