ISA Soundkarten


Terratec, AdLib und Logitech – Die Alleskönner

Es folgen meine Soundkarten, die einen Onboard Wavetable beherbergen, angefangen mit einem Allrounder.

Maestro 32/96 von Terratec

Die große Musikerin für DOS. Und auch eine solche Diva ist sie auch, denn wenn wir alles aus ihr heraus holen wollen kommen wir nicht umhin uns mit dieser Schönheit genauer zu befassen. Dazu aber später mehr. Schauen wir uns diese außergewöhnliche Soundkarte an, die ihre Parameter in ein EEprom schreibt, die eine top Soundblaster-Kompatibilität bereitstellt, die sehr flexibel ohne Jumper programmierbar ist. Ich halte sie für die beste Soundkarte für ein DOS Spielesystem. Ihr besonderer Punkt ist – sie hat eine exzellente Roland Sound Canvas Soundbank an Bord. Bei FM Musik klingt die Maestro etwas anders als Yamaha OPL3, aber es ist akzeptabel, wenngleich nicht erste Wahl für OPL3 Freunde. Wessen Schwerpunkt aber eher bei General Midi liegt, der wird gerade unter DOS mit einem zusätzlichen Wavetable Header bedient auf dem man zum schon vorhandenen Roland Sound noch ein Wavetable Modul aufstecken und separat adressieren kann. Auf Fabians Webseite kann man noch mehr im Detail über diese hervorragende, rauscharme Soundkarte lesen.

Roland ROM der Maestro
Diese Klang-Kombo ist verantwortlich für den vorzüglichen Midi Sound. Der Dream SAM9233 ist der Midi Synthesizer und stellt die schon erwähnten zwei Schnittstellen für MIDI bereit. Erstens das Roland Sound Canvas ROM und zweitens den Wavetable Header auf den wir das Modul unserer Wünsche aufstecken können. Wem der Roland Sound bei dreckigen Rock-Tracks von Duke oder Doom zu brav ist kann gerne ein Yamaha Modul, oder Korg aufstecken. Das geht gut vorwärts. Für konzertante Klänge würde ich aber dem Onboard Soundfont den Vorzug geben.

Böser Kondensator – nichts ist perfekt
Unsere geliebte Soundmeisterin hat leider einen Serienfehler der sich aber mit etwas Feinmotorik beseitigen lässt. Wenn wir am Computer einen Warmstart, also den Reboot via Tastenkombination auslösen, friert zeitweise der Rechner ein. Das ist einem falschen Tantalkondensator auf der Karte geschuldet, der auszutauschen ist. Der Kodensator hat die Position [C58]. Der originale [10µF] Kondensator muss raus. Ein Tantalkondensator mit [3,3µF / 16V] muss eingebaut werden. Damit ist das Problem gelöst. Hier ist gut der Orange farbene Kondensator zu sehen, den ich bereits ausgewechselt habe. Wir haben es mit einer Four-Layer Platine zu tun. Es sind etwas fortgeschrittene Lötkenntnisse erforderlich.

Download Download PDF Anleitung zum Condensator Mod

Treiber, Tücken und der Runtime Error

Zunächst die Treiber für die Karte. In dem Download Paket sind die Inhalte der vier Installationsdisketten enthalten.

Download Download Treiber für Terratec Maestro 32/96

Runtime Error 200
Bei etwas schnelleren Systemen bekommen wir Laufzeit-Probleme mit den Treibern und der mitgelieferten Software für die Maestro. Schon die Installationsroutine kann mit einem Runtime Error 200 abbrechen. Das kann in etwa so wie in dem Bildchen aussehen. Hier wird gut erklärt wie man den Fehler beseitigen kann. Aber hier stelle ich ein komplettes Datenpaket bereit, in dem alles enthalten ist was man dafür braucht. Lösungsansatz: Rekompilieren der ausführbaren Dateien. (*.exe)

Download Download Runtime Error 200 Fix

Tücken
Man kann in eine Interrupt Falle tappen wenn man ein zusätzliches Wavetable betreiben möchte. Im DOS-Reloaded Forum hatte ich einen Thread eröffnet, den ich hier her mit deren Autoren übertragen habe.

Einstellungen, EEprom – lernen wir sie besser kennen
Um zu verstehen wie unsere Diva funktioniert, muss man wissen welche der Dateien in ihrem Treiberordner sie wofür verwendet. Da gibt einmal die TERRATEC.EXE. So aufgerufen öffnet sie uns über eine Mixersteuerung die gesamte Palette der Einstellmöglichkeiten. Alle Einstellungen die wir hier vornehmen werden in der TTMIX.INI abgelegt. Es ist sinnvoll diese Datei ggf. zu sichern, bevor man etwas ändert. Die Daten werden nicht aus der CS4232.INI genommen und auch nicht in diese geschrieben auch wenn das Programm das sagt.

Die wichtigsten Befehle
  • TERRATEC.EXE = Volle Kontrolle über alle Ihre Einstellungen
  • TERRATEC -S = Einstellungen die ins PnP EEPROM geschrieben. Auch nach Reset auf der Karte gespeichert.
  • TERRATEC -V = Auslesen der Karte
  • TERRATEC -I = Mixer Einstellungen werden von der TTMIX.INI übernommen.
  • TERRATEC -O = Parameter der Basisadressen werden in das EEPROM geschrieben.

Wie die CONFIG.SYS zeigt, wird beim Initialisieren der Karte der Befehl TERRATEC -I benutzt, was bedeutet, das lediglich die Mixerwerte aus der TTMIX.INI heranzezogen werden. Nicht aber die Parameter der Basisadressen und IRQ’s. Diese sind in das EEprom geschrieben, stehen so generell zur Verfügung und können nur vom BIOS deaktiviert werden; was aber nur geschieht, wenn es Adressenkonflikte gibt. Möchte man die Parameter der Basisadressen und IRQ’s ändern, gibt es zwei Möglichkeiten.
Aufruf des Konfigurations Programmes: TERRATEC -S
Eingeben der gewünschten Parameter und mit OK bestätigen.
Die Parameter werden direkt in das EEprom geschrieben.
oder
TTMIX.INI mit Editor entsprechend der gewünschten Parameter ändern und speichern.
Danach TERRATEC -O eingeben. Die Werte werden von der TTMIX.INI übernommen in das EEprom geschrieben.

Mit TERRATEC -V überprüfen.

Es gibt noch einen dritten Weg, der aber Stress für das EEprom ist. Man editiert die gewünschten Parameter in der TTMIX.INI. In der CONFIG.SYS wird dem Initialisierungsstring der Schalter -O hinzugefügt.

Der Befehl könnte dann folgendermaßen aussehen:
INSTALL C:\DRIVER\TERRATEC\TERRATEC.EXE -I -O -CC:\DRIVER\TERRATEC\
INSTALLHIGH C:\TERRATEC\TERRATEC.EXE -I -O -CC:\TERRATEC\
…oder ähnlich, je nach den individuellen Pfaden.
Durch das -O wird jedesmal der EEprom neu beschrieben und „überstimmt“ so das BIOS. Ob das aber dauerhaft fehlerfrei funktioniert weiß ich nicht. Ich hatte so eine Zeit lang einen IRQ Konflikt „umgangen“ und es funktionierte auch.

Karte Auslesen
Im roten Kasten befinden sich die Parameter, die in das EEprom geschrieben sind. Im grünen Kasten alle Mixerwerte. Der gelbe Pfeil zeigt auf das Routing des Gameports. Diese Adresse bekommt dann auch das ggf. externe MIDI Gerät. Wenn auch ein Wavetable Daughterboard aufgesteckt ist, werden beide Quellen abgespielt.

Externes MIDI Gerät.
Wenn wir z.B. ein Roland MT-32 anschließen wollen, dann ist es über den Game(Midi)port der Soundkarte mit unserem Rechner verbunden. Das MT-32 bekommt seine Midi-Musikdaten aus diesem Port geliefert. Das MT-32 ist ein Synthesizer und gibt sie als Musik aus. Dieses Audiosignal führen wir wieder zu unserer Diva am Line In-1 EIngang zurück. Dieser darf nun natürlich nicht mehr gemuted sein.

Beschreibung der Parameter
Sollte es einen Adressenkonflikt geben, finden wir nach einen Boot und anschließender Eingabe von TERRATEC -V ein OFF an einer Position der Basisadressen. Dem kann man begegnen, in dem man den IRQ ändert, oder BIOS seitig den IRQ Konflikt löst.

Details über die Terratec Maesreo 32/96

CN1= Sony audio in
CN2= Mits. audio in
CN3= Pan. audio in

CN4= Wavetable
CN5= MIDI
CN6= GAME / Midi

CN7= Enh. IDE
CN8= Midi interface

J2= AUDIO out
J3= LINE in
J7= MIC / LINE in
J9= MIC in

PJ1= AUDIO out
PJ2= LINE in

PJ3= MIC / LINE in
PJ4= MIC in

AdLib ASB 64 Wave Pro 4D IDE

Eine alles in Allem sehr aufwändige Soundkarte mit Ports für Speichererweiterung, Steuermodul und IDE, speziellen Klangfeatures wie z.B. Basisbandverbreiterung für Raumklangeffekte. Was nicht bedeuten soll, dass das nicht auch andere Soundkarten könnten. Generell gehört sie zu den Soundkarten mit einem exzellenten On-Board-Wavetable. Sie ist relativ selten uns ein ordentlich designtes Board. Wie auch auf der Terratec Maestro 32/64 werkelt auf der AdLib 4D eine 4MB Roland Sound Canvas Soundbank. Sogar die Anordnung ähnelt der auf der Terratec. Bei der Terratec Maestro hatte ich es bereits erwähnt – der Roland Klang ist unglaublich gut, fast etwas zu perfekt. Es ist bestens für orchestrale Musik. Rockige Sounds sind auch gut, aber da sind andere Boards mit z.B. Yamaha oder Korg Soundfonts haben noch die kleine Schippe Dreck, bei E-Gitarren und den Drumsets. Unterschiedlichen Wavetables widme ich mich aber an anderer Stelle näher. Auch hier möchte ich für beste und nähere Beschreibungen auf Fabians Webpräsenz hinweisen, der auch diese Karte sehr ausführlich beschreibt. Obwohl es eine erstklassige Soundkarte ist, so ist das Haar in der Suppe auch hier der nicht originale OPL3 Klang. Auch nicht unbedingt das was man von alten Zeiten kennt, und heute besonderen Wert darauf legt. Was ihr fehlt ist der Wavetable Header. Das macht die Karte nicht schlechter, nur weniger Flexibel als die Terratec Maestro 32/96.

Download Download Manual für AdLib ASB 64 Wave Pro 4D IDE

Download Download Treiber für AdLib ASB 64 Wave Pro 4D IDE

 

Soundman Wave – von Logitech

Seltenes exemplar. Der Hersteller Logitech gab eine gar nicht mal uninteressante Soundkarte mit OPL4 Chip heraus. Die Abwärtskompatibilität zu OPL3 beschert uns den wunderbaren Vintage-Sound alter Spiele. Der OPL4 verknüpft  das mit einem 2MB Onboard-Wavetable der Mittelklasse. Wenngleich es ein Stück weit Geschmackssache sein dürfte, so vermag der OPL4 mich nicht zu überzeugen. Der leicht synthetisch, mumpfig sterile Klang ist nicht überhörbar. Es fehlt ihm gehötig an Authentizität, Druck und Pep. Das Layout zum Slotblech hin erinnert etwas an Creative SB16 Modelle. Der Jazz 16 ist super Soundblaster Kompatibel und wird von allen meinen Games akzeptiert.

Download Download Manual für Soundman Wave

Download Download Treiberset für Soundman Wave

Download Download Treiberset 2 für Soundman Wave

 

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